Mut zur Veränderung „Liebe ist nicht das was man erwartet zu bekommen, sondern das was man bereit ist zu geben.“

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Oft ist der alte Trott schlicht bequemer. „Um sich von bewährten Verhaltensweisen und Gewohnheiten zu lösen, brauchen wir Konzentration und Aufmerksamkeit. Beides verursacht unserem Gehirn hohe Energiekosten“, erklärt der deutsche Philosoph und Hirnforscher Gerhard Roth. „Routinierte Handlungen laufen dagegen ganz automatisch ab, sind also viel billiger.“ Dem Gehirn sind ungewohnte Situationen und neue Erfahrungen manchmal einfach zu anstrengend. Zudem werden in unserem Körper körpereigene Belohnungsstoffe – sogenannte endogenen Opioide – freigesetzt, wenn wir uns wie immer verhalten. Normalerweise erfüllen Routinen ja auch einen sinnvollen Zweck: Ohne sie würde uns jeder banale Handgriff wie Zähneputzen oder Essen Konzentration abverlangen. Wenn man sein Leben verändern möchte, wird die Gewohnheitsliebe allerdings zum Hindernis.

„In Entscheidungssituationen lassen sich die meisten Menschen von der Furcht vor dem Scheitern viel stärker beeinflussen als von der Freude auf Erfolg“, sagt Roth. Der Misserfolg hat ein schlechtes Image, vor allem in westlichen Gesellschaften.

Der amerikanische Soziologe Richard Sennett bezeichnete das Scheitern einmal als das „große Tabu“ der Moderne. Dabei dient gerade das Scheitern, der absolute Tiefpunkt, als wichtiger Wegweiser: Nur wenn man sich ehrlich eingesteht, dass man in eine Sackgasse gelaufen ist, kann man auch wieder zur richtigen Route zurückfinden.

Vielen Menschen gelingt das aber nicht. Je mehr Zeit und Energie sie investiert haben, um eine bestimmte Lebenssituation zu erreichen, umso weniger sind sie bereit, diese infrage zu stellen: Wer will sich nach 40 Jahren Ehe schon eingestehen, dass er den falschen Partner gewählt hat? Dieses Phänomen erklären Wirtschaftspsychologen mit der sogenannten „Sunk Cost Problematik“: Sunk Cost sind Verluste, die zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden können, aber trotzdem einen Einfluss auf unsere Entscheidungen haben. Anstatt wertlos gewordene Aktien zu verkaufen, halten schlechte Spekulanten lieber daran fest – sogar wenn sie wissen, dass sie nie wieder den Kaufwert erreichen werden.

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